© Hessam Samavatian

Gabbeh (AT, IRN)

Der Gabbeh ist eine Form des persischen Teppichs, der traditionell von nomadisch lebenden Frauen geknüpft wird. Das Besondere ist, dass seine abstrakten, geometrischen Muster und kräftigen, großflächigen Farben keiner bestimmten Vorgabe folgen. Sie entwickeln sich sehr individuell aus den Stimmungen und Gefühlen ihrer Schöpferinnen, aus den Gedanken, die ihnen während des Webens durch den Kopf gehen. In gewisser Weise ist die Gabbeh-Weberin eine Erzählerin, die ihre eigene Lebensgeschichte und die Geschichten anderer in die Fäden, Farben und Muster ihres Teppichs einschreibt.

Das in Wien lebende Ensemble Gabbeh überträgt dieses Konzept in ihr musikalisches Schaffen: Es greift Fäden auf und führt sie zusammen. Die musikalischen Texturen und Gestaltungen entwickeln sich aus dem offenen Raum der Improvisation und wurzeln in der vitalen Vielfalt traditioneller iranischer Folklore. Die Musik von Gabbeh ist ein vielstimmiges Gewebe aus erinnerten Fragmenten aus persischen Kinderliedern, Reiseerzählungen und Lebenslinien und ihrem Nachklang in der Wiener Diaspora. Zwei Welten, vielfach gespiegelt, gebrochen und neu zusammengefügt.

FR
31.07.2020
19:30 Uhr

Besetzung:

Golnar Shahyar
Voice, Percussion
Mona Matbou Riahi
Clarinet
Manu Mayr
Kontrabass