„Sterben tut immer weh“

„Sterben tut immer weh“

Die gebürtige Lunzerin Isabella Buben ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin. In ihrer Arbeit hilft sie Menschen in aussichtslos wirkenden Situationen.

Isabella Buben über …

… Tod als Tabu:
Über die eigene Vergänglichkeit zu sprechen, fällt uns schwer. Und auch der Tod von Menschen, die uns nahestehen, ist oft ein Tabu. Das liegt daran, dass wir in der westlichen Welt den Tod aus unserem Alltag verdrängt haben. Bis zur Industrialisierung war es üblich, dass mehrere Generationen miteinander und nebeneinander arbeiteten, lebten und auch starben. Heutzutage ist das alles ganz anders.

… den veränderten Umgang mit dem Tod:
Wir schieben den menschlichen Tod so weit weg wie nur möglich. Wenn wir dann aber doch mit ihm unausweichlich konfrontiert sind, erwischen uns die Gefühle eiskalt. Hinzu kommt, dass wir alle viel länger leben als noch vor ein paar Jahrzehnten. Es sterben weniger Kinder als in der Vergangenheit. Das ist alles schön und positiv, es führt aber nicht unbedingt zu einem besseren Umgang mit dem unausweichlichen Sterben.

… das Erlernen eines gesünderen Umgangs mit dem Thema:
Es müsste eigentlich Teil unserer Erziehung werden. Wir halten Kinder oft vom Tod fern. Wenn ein Haustier stirbt, dann kaufen wir oftmals ein neues, das so ähnlich aussieht. Dann müssen wir den Kleinen nicht erklären, dass der Hoppel gestorben ist. Das ist jetzt zwar etwas überspitzt dargestellt, aber trifft den Kern der Thematik ganz gut. Woher sollen wir wissen, wie man mit dem Tod umgeht, wenn es uns niemand vorlebt.

… wie man Menschen in schwierigen Situationen hilft:
Es geht vor allem einmal darum, den Menschen und seine Schwierigkeiten und Herausforderungen in seiner Individualität und Gesamtheit wahrzunehmen. Dann sollte man zuzuhören, Verständnis zeigen und Mitgefühl haben. Was auf keinen Fall mit Mitleid zu verwechseln ist. Das gilt nicht nur für Menschen, die professionell in dem Bereich arbeiten, sondern auch für Freunde oder Familienangehörige.

… schwierige Situationen als Chance:
Das Gute am Leben ist ja, es geht immer weiter – und damit meine ich schöne und auch ausweglos schrecklich erscheinende Zeiten. In uns Menschen gibt es ein Streben nach Fortbestand. Das ist der Überlebensdrang, der sich evolutionär erklären lässt. Wenn wir schwierige Situationen in der Vergangenheit bewältigt haben, dann haben wir etwas geschafft. Wir haben Ressourcen entwickelt und können sie uns immer wieder in Erinnerung rufen. Wir haben daraus gelernt, uns zu helfen.