© Antonio Farris

Cuncordu e Tenore de Orosei (IT)

Im weiten Feld der Vokalmusik Sardiniens nimmt diese Gruppe einen Platz ganz vorne ein: Ihr außergewöhnliches Repertoire spannt den Bogen zwischen beiden Ausprägungen des traditionellen Gesangs in Orosei: der weltlichen „a tenore“ und der geistlichen „a cuncordu“. In der Region Baronia an der Nordwestküste Sardiniens waren die beiden Gesangsstile nie in Vergessenheit geraten – durch den Kontakt der jüngeren Chorsänger mit den älteren blieb die Tradition am Leben.
Die Gruppe Cuncordu e Tenore de Orosei formierte sich 1978 und blickt auf eine ereignisreiche Geschichte mit fruchtbaren Kooperationen, zahlreichen Auftritten auf Bühnen und Festivals in Italien und darüber hinaus sowie eine respektable Diskographie.

1994 nahmen sie ihre erste CD mit geistlicher Musik auf, zwei Jahre später mit weltlichem Repertoire. Ihr primäres Anliegen besteht darin, die Gesänge so originalgetreu wie möglich in der Tradition von Orosei zu bewahren. Gemeinsam mit einigen erfahrenen Chorsängern begaben sie sich auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Gesänge von Orosei, die sie beharrlich erforschten und studierten und so einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und Wertschätzung dieses musikalischen Erbes leisteten.

1997 traf die Gruppe den deutschen Produzenten Stefan Winter, auf dessen Label (Winter&Winter) vier Veröffentlichungen erscheinen sollten; darunter „Colla Voche“ mit dem Cellisten Ernst Reijseger und dem Schlagwerker Alan „Gunga“ Purves sowie eine Doppel-CD mit einem dichtgepackten Booklet mit dem gesamten geistlichen und „a tenore“-Repertoire von Orosei in 6 Sprachen.

Später arbeitete die Gruppe mit Ernst Reijseger und Mola Sylla gemeinsam an den Soundtracks zu zwei Filmen von Werner Herzog: „The White Blue Yonder“ und „The White Diamond“.

FR
26.07.2019
19:30 Uhr